Entwurf / design, Bea Meyer & Michael Grzesiak, 2012  

 

 

 

 

 

 

 

Eine junge, dynamische und wachsende katholische Kirche rückt aus dem Abseits der Vorstadt mit ihrem Neubau in das Zentrum der Stadt Leipzig, in die Mitte der Gesellschaft. Sie will sich für andere öffnen. Die Architekten planen eine Kirche, die genau diese Öffnung leistet, durch ein Fenster. Ein Fenster zur Stadt und eine Öffnung von Seiten der Kirche zur Stadt. Eine baulich manifestierte Öffnung zwischen Kirche und Gesellschaft, die den sakralen Raum mit dem öffentlichen Raum verbindet.


Mit dieser Qualität der zu gestaltenden Öffnung als Alleinstellung und Besonderheit für einen zeitgenössischen Kirchenbau arbeitet dieser Entwurf. Übliche Kirchenfenster thematisieren den Blick zum Himmel, dieses Fenster den Blick auf die Mitmenschen. Das Fenster bildet die gemeinsame Berührungsfläche von Kirche zu Gesellschaft, bzw. von Gesellschaft zu Kirche.


Eine grundlegende Gemeinsamkeit von Kirche und Gesellschaft ist unsere Zeitrechnung: der weltlichen Zeitrechnung liegt der christliche Kalender zugrunde. Der Entwurf zeigt die 365 Tage des liturgischen Kalenders und ihren Farben im Jahr der Fertigstellung 2014. Eine Abfolge von 365 farbigen Dreikantstelen, in denen sich der gemeinsame Kalender Ablesen lässt. Die Wochen von Montag bis Sonntag, unsere Feiertage, wie Ostern oder Weihnachten. Passanten schreiten den Kalender im Vorbeigehen ab.


Der Entwurf ermöglicht es durch Licht den Grad des Einblicks in das Gebäude und von Innen heraus zu steuern. Der Einblick in die Kirche ist prinzipiell offen. Er kann zu Veranstaltungen, die eine gewisse Intimität brauchen, durch eine starke Beleuchtung der Dreikantstelen auf eine schemenhafte Wahrnehmung reduziert werden.


Entwurf Bea Meyer & Michael Grzesiak, 2012