TÜR 2018
Johanneskapelle, Naumburg

Inauguration of my st john chapelle door projekt with David Schnell
at st johns day liturgy and festivities in Naumburg
June 24. 2018, 19 h
Johannesfriedhof, Naumburg.

David and I will talk about the projekt.
There will be food, drinks and fire.
Please come all and bring your friends and family!
We look forward to a nice evening with you.

press PDF GERMAN
press PDF ENGLISH

Johanneskapelle © David Schnell / Michael Grzesiak, Foto Uwe Walter

Johanneskapelle © David Schnell / Michael Grzesiak, Foto Uwe Walter

Johanneskapelle © David Schnell / Michael Grzesiak, Foto Uwe Walter

Johanneskapelle © David Schnell / Michael Grzesiak, Foto Uwe Walter

Johanneskapelle © David Schnell / Michael Grzesiak, Foto Uwe Walter

ENGLISH PRESS TEXT 

What is more interesting for an artist and an architect than to work on a space that is nothing more than a space? The Johanneskapelle: A pure, stone-built void that brings 750 years of its own history.

The painter David Schnell and the contextual artist Michael Grzesiak / thezimmer re-define the entrances to become the bearers of art. The windows and door, though structurally closed, are designed to convey the external environment, remaining conceptually open and abstract, while the motifs and structures work with outlook and perspectives. The old and the new now stand confidently and naturally next to each other. They give the room its own, unusual atmosphere and with it, create a special place with a uniquely open purpose.

A German builder, heavily influenced by French Gothic architecture, built the Johanneskapelle in the 13th century on the Domherrenhof, south of the cathedral of Naumburg. Removed and rebuilt in 1864, it sits restored, in the ivy covered Cathedral Cemetery, a seemingly forgotten place that exudes tranquility.

The empty rectangular interior is today dominated by three nave bays, a brick base laid like a herringbone and its openings along the length of the building, which are set in gothic arches: a double-winged door in the center, flanked by two windows that rest just above eye level.

David Schnell created the panes for the space in 2015 for the exhibition, "Glanzlichter-Meisterwerke zeitgenössischer Glasmalerei" after which, he invited Michael Grzesiak to work with him on the chapel. Grzesiak was to conceptualize a door that would close the space and limit the incidence of light through the existing lattice frame. The result was a door made up of two solid oak panels hung from the original, double-winged frame providing a gap that diffuses the light creating a soft, illuminated outline.

To avoid colour as used in the windows they agreed to merge Schnell’s abstract painting, ‘Gewebe’ directly with the wood of the door. Grzesiak then digitally repurposed the image to be milled as a relief using a CNC machine. Door and windows now complement each other in their materiality, the texture of their surfaces, and distribution of light: the door by its redirection, the windows by their illumination.



Translation Jess Lanitis

GERMAN PRESS TEXT 

David Schnell und Michael Grzesiak gestalten den Innenraum der Johanneskapelle auf dem Domfriedhof in Naumburg an der Saale.

Was gibt es für einen Künstler und einen Architekten interessanteres als an einem Raum zu arbeiten, der nichts weiter soll, als ein Raum zu sein? Ein in Stein gebauter, purer Raum, der seine eigene 750 jährige Geschichte »mitbringt«.

Ein durch die französische Gotik geprägter Baumeister errichtete die Johanneskapelle im 13. Jahrhundert auf dem Domherrenhof südlich des Doms von Naumburg. Abgetragen und 1864 wieder errichtet, steht sie heute restauriert und von Efeu umwachsen auf dem Naumburger Domfriedhof, einem scheinbar vergessenen, pittoresken Ort, der Ruhe ausstrahlt. Den leeren rechteckigen Innenraum bestimmen heute seine drei Joche, ein fischgrätartig verlegter Ziegelboden und seine in gotischen Bögen gefassten Öffnungen an der Längsseite des Gebäudes: eine zweiflügelige Türe im Zentrum mit jeweils links und rechts Fenster über Augenhöhe.

David Schnell hatte 2015 im Rahmen der Ausstellung “Glanzlichter-Meisterwerke zeitgenössischer Glasmalerei“ diese zwei Fenster für den Raum gestaltet, als er mich bat, mit ihm weiter an dem Raum der Kapelle zu arbeiten. Ich sollte eine Türe konzipieren, die den Raum schliessen und den Lichteinfall durch die vorhandene Gittertüre begrenzen sollte. Es entstanden zwei massiv aus Eiche gefertigte Türflügel, die innen mit etwas Abstand an die doppelflügelige Gittertür der gotischen Pforte vorgehangen wurden, so dass Streiflicht um den Türumriss ins Innere fallen kann.

Auf der Innenseite der Kapelle ergab sich mit der Türe eine leicht vor der Wandebene stehende, den Raum bestimmende Fläche. Es entstand die gemeinsame Idee diese Fläche als Bildträger zu nutzten und ein Relief anzufertigen. David Schnell schlug sein Bild »Gewebe« vor, das ich als Vorlage nahm, um daraus ein digitales Fräsprofil zu erarbeiten und es per CNC als Relief in die Fläche einzufräsen. Türen und Fenster ergänzen sich in ihrer Materialität, der Beschaffenheit ihrer Oberläche und wirken durch unterschiedliches Licht: die Türe durch Streiflicht, die Fenster durch den Lichteinfall von aussen.

Die funktionalen Öffnungen der Kapelle werden zu Trägern von Kunst. Sie werden baulich geschlossen und doch vermitteln sie nach draussen, bleiben inhaltlich offen und abstrakt. Die Motive und Strukturen arbeiten mit Ausblick und Perspektiven. Das Alte und das Neue steht selbstbewusst und selbstverständlich nebeneinander. Sie geben dem Raum eine eigene, ungewöhnliche Atmosphäre und schaffen mit ihm einen besonderen, in seiner Nutzung offenen Ort.